In dieser Challenge habe ich mich voll und ganz dem Thema Meditation gewidmet und eine Woche lang jeden Tag meditiert. Ich habe mir angeschaut, welche Meditationstechniken es gibt, habe zum ersten Mal eine Gruppenmeditation besucht und durfte einige spannenden Fragen zu dem Thema mit Dr. Boris Bornemann im Interview klären.
Das echte Leben ist nicht Instagram
In den sozialen Medien sieht man immer mehr Menschen, die sich entspannt im Schneidersitz zeigen und meditierend die Augen geschlossen halten. Das schien also erstmal nicht die große Herausforderung zu sein. In meiner Vorstellung war der Plan ganz einfach, ich picke mir eine Meditations-App, teste, welche Tageszeit mich am besten in den Flow bringt und lege einfach los. Dann wird meine tägliche Entspannungsübung zum liebgewonnenen Ritual und ich profitiere von den vielen Vorteilen, die mir mein neuer, entspannter Lifestyle bietet. Aber Pustekuchen!
Meine Meditationserfahrungen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt sammeln durfte, waren alle im Rahmen meiner Yogapraxis und überwiegend am Ende der Stunde. Das ist ein ganz anderes Setup, als morgens um sechs Uhr, vor der Arbeit. Ich bin grundsätzlich nicht so ein richtiger Morgenmensch, aber abends, nach dem Job wartet der Schweinehund auf mich, daher entschied ich mich erstmal in aller Frühe mit der Meditation zu starten.
Ich bewaffnete mich also mit meinem Handy und Kopfhörern und setze mich im Schneidersitz auf das Sofa. Ich schloss meine Augen und merkte: „Ohjee, das Bett ist noch viel zu nah!“ Gern hätte ich mich einfach wieder auf dem Sofa zusammengerollt. Die Stimme in meinen Ohren versuchte sanft die Aufmerksamkeit zurück zu gewinnen und erzählte mir, welche Position für meine kleine, mentale Auszeit ideal wäre und leitete mich an, langsam und tief ein- und auszuatmen. Soweit so gut.
Ich atmete, die Stimme rückte in den Hintergrund und ich nutzte die Ruhe und überlegte, welchen Bus ich heute zu meinem Job nehme sollte, ob ich noch Salat für die Mittagspause im Kühlschrank hatte und was sonst wohl noch auf die Einkaufsliste gehörte.
Plötzlich war sie wieder da, die Stimme, als hätte jemand an der Lautstärke gedreht. Verrückt, dass man unbemerkt so in seine Gedankenwelt abtauchen kann und alles andere ausblendet.
Eigentlich hatte ich mir ja den Wecker extra eine Stunde früher gestellt, um meiner angestrebten Meditationsroutine ein Stück näher zu rücken. Das klappte eher semi.
So oder so ähnlich verliefen dann nämlich auch die nächsten Tage. Meine romantisierte Vorstellung von Meditation wandelte sich in echte Arbeit und mir wurde klar, das erlernt man nicht mal so easy! Dazu kam, dass ich schnell in Ehrgeiz verfalle und dann alle Achtsamkeit und Milde mit mir selbst über Bord schmeisse. Keine gute Voraussetzung um loszulassen und neue Gewohnheiten zu entwickeln.
Denn nichts anderes soll es ja sein. Eine selbstverständlich Routine, die mir hilft, den Alltag draußen zu lassen und mir langfristig Tiefenentspannung ermöglichen soll.
Meditation braucht Regelmäßigkeit und ganz viel Liebe
Der Mensch steht ja grundsätzlich nicht so auf Veränderungen, daher müssen neue Rituale langsam und mit viel Liebe eingeführt werden. Seit meiner Challenge habe ich bisher keine weitere Meditation geübt. Ich habe das Gefühl, ich muss erst wieder das Wohlwollen mit mir und der Meditation zurückgewinnen um einen neuen Versuch starten zu können.
Eines ist sicher, ich glaube an die Meditation als Alltagsbegleiter und könnte mir auch vorstellen zu gegebener Zeit einen Kurs zu besuchen, der die richtigen Techniken vermittelt und erstmal auch eine Regelmäßigkeit ermöglicht. Denn Meditation lernt man nicht von heute auf morgen. Wie ich öfter lese, macht die Summe aller Meditationsitzungen den ‘Erfolg‘ aus, nicht jede einzelne Sitzung.
Daher:
Kommt Zeit, kommt Flow!