ONE WEEK – Challenge | FOODSHARING | Titelbericht
Warum müssen wir Lebensmittel retten?
Kennst du das auch? Du planst abends was tolles zu kochen und kaufst alles dafür ein. Dann verläuft der Tag aber ganz anders als gedacht, du triffst dich spontan mit Freunden zum Essen und fährst am Folgetag über das Wochenende weg und schon hat man potentielle Gammelkandidaten im Kühlschrank. Wer nicht gut und vorausschauend plant, kauft gern mal zu viel und zur falschen Zeit Lebensmittel, die dann unter Umständen im Mülleimer landen. Andere Szenerie, aber gleiches Problem: Man war wieder hungrig einkaufen und hat einfach für eine ganze Mannschaft gekocht und kommt am Ende nicht dazu alles zu essen. Es scheint zumindest, als würde es vielen von uns so gehen, denn die Zahlen sprechen für sich.
Mit diesem gedankenlosen Umgang mit Lebensmitteln wird nicht nur Nahrung verschwendet, sondern auch ökologische Ressourcen vergeudet. Etwa 45 Prozent der Treibhausgase entstehen rund um die Produktion der Nahrungsgüter. Diese Zahl schließt auch die Verarbeitung, Lagerung und Transportwege ein. So werden Ackerland, Wasser und Energie mit jedem entsorgten Lebensmittel unnötig verschwendet. Verbraucher, Hersteller, Handel und die Landwirtschaft tragen dazu bei. Quelle: www.bmu.de
Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), 2017 gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, wirft jeder von uns pro Jahr mindestens 55 Kilogramm Lebensmittel weg. Insgesamt landen in Privathaushalten 4,4 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, das sind täglich 150 Gramm pro Person.
www.zugutfuerdietonne.de
Was ist das Schönste im ganzen Land?
Nicht alle entsorgten Nahrungsmittel sind wirklich verdorben. Sie entsprechen oft einfach nur nicht mehr unserem Anspruch. Da sind wir auch schon beim Kern des Übels. Bevor Obst und Gemüse in den Handel kommen, werden sie einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen und dabei spielt oft auch nur die Optik eine Rolle. Dies hat zur Folge, dass schon sehr viel Gemüse entsorgt wird, bevor es in den Supermarkt kommt. Laut WWF sind es in Deutschland allein bei der Kartoffelernte 35% – Stand 01/2017.
Tatsächlich ist es so, dass am ersten Juli 2009 die berühmte Gurken-Verordnung (EWG) Nr. 1677/88 aufgehoben wurde, mit dem Resultat, dass ab dann ein Großteil der Gemüsesorten auch wieder krumm und verformt den Weg in den Supermarkt finden durften, das Problem ist nur, wir kaufen es nicht.
Zum Glück, gibt es nun auch Supermärkte und Organisationen, die sich auch diesem Gemüse annehmen, wie The Good Food in Köln Ehrenfeld, Etepetete in München oder die Tomaten Retter in Hamburg. Selbst der Discounter Penny gibt dem Gemüse mit Schönheitsfehlern eine Chance und hat seit 2016 die nicht ganz perfekten „Bio-Helden“ im Programm. Damit gewinnen sie auch 2019 den Bundespreis „Zu gut für die Tonne“, und das sehr verdient, wie ich finde.
Lebst es noch oder gammelt es schon?
Ein weiteres Kriterium für Lebensmittelverschwendung ist das missverstandene Mindesthaltbarkeitsdatum. Wer kennt nicht den Naserümpfenden Blick, irgendwie verunsichert und schon vorsorglich etwas angeekelt, mit dem Familienmitglieder, Arbeitskollegen oder Partner manchmal den Joghurt aus dem Kühlschrank fischen. Schon in der ersten Sekunde ist klar, dieser Joghurt wird Opfer des Kopfkinos und wird mit Sicherheit nicht mehr gegessen. Dabei ist das MHD nur eine Empfehlung und kein Verfallsdatum. Aber auch das Wissen darum, führt oft nicht zu einem Vertrauen in die Qualität des Produkts.
Was ist denn nun Foodsharing?
Die Idee ist es, Lebensmittel zu retten und zu teilen, die sonst in der Tonne landen würden. Dies kann auf vielen verschiedenen Wegen passieren. Über spezielle Plattformen im Netz, über Apps und auch über Gruppen in den sozialen Netzwerken. Außerdem kümmern sich Vereine und Organisationen um die Rettung und Verteilung von Nahrungsmittel.
Im Laufe meiner ONE WEEK – Challenge | Foodsharing | stelle ich dir ein paar der möglichen Optionen detailliert vor und werde das eine oder andere ausprobieren und testen. Ich bin schon sehr gespannt, auf die Woche und meinen Speiseplan während der Challenge.
In diesem Beitrag sind nochmal die Details der Challenge zusammengefasst: FOODSHARING – EINE WOCHE LANG LEBENSMITTEL AUS ZWEITER HAND