Ist das Minimalismus oder kann das weg?
Minimalismus ist zur Zeit in aller Munde und das auch zu recht, wie ich finde. Unser Alltag ist einfach so vollgestopft mit Konsumgegenständen, Terminen, Zeitfressern und schlechten Beziehungen, da wundert es kaum, dass einem manchmal alles über den Kopf wächst.
Wenn du dein Leben minimalistischer gestalten möchtest, geht es nicht darum kopflos dein Hab und Gut zu verteufeln, deine Einrichtung monochrom in Weiß zu gestalten und jeden dritten Kontakt aus deinem Telefonbuch zu löschen. Aber im Grunde gibt es in jedem unserer Lebensbereiche die Option Ballast abzuwerfen und ein wenig mehr den Fokus auf das zu legen, was wirklich wichtig ist. Wir besitzen zu viel, wir essen zu viel, wir arbeiten zu viel und wir ärgern uns zu viel. Jeder hat da natürlich seine ganz persönliche Baustelle, aber allein die Auseinandersetzung mit der Frage, ‚Was brauche ich eigentlich?‘, setzt schon viel in Gang.
Heißt mehr Besitz auch mehr Glück?
Mir gefällt die Idee, meinem Leben eine bessere Qualität zu geben, indem ich Besitz reduziere und nicht anhäufe. Wenn ich also mit meinem Freund im Garten einer großen Villa sitze und auf meinen Weber-Grill schaue, bin ich dann glücklicher als mit unserem tragbaren Kugelgrill aus dem Baumarkt auf einer isolierten Picknickdecke im Park? Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Ich glaube, Glück ist ab einem gewissen Level nicht potenzierbar und schon gar nicht von materiellen Dingen abhängig. Zumindest für mich nicht.
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Statussymbole und der Schein nach Außen einen hohen Stellenwert hatten. Als ich dann so langsam meinen eigenen Weg ging, habe ich mir das Mäntelchen auch erstmal angezogen. Grundsätzlich ist ja auch nichts dagegen zu sagen, nach Höherem zu streben, aber diese alte Jacke will heute einfach nicht mehr richtig passen. Ich brauche keine Designerklamotten um mich attraktiver zu fühlen, ich brauche kein großes Haus um glücklich zu leben und ich brauche auch keine Menschen in meiner Nähe, die mir nicht gut tun. Minimalismus kann nämlich auch bedeuten, dass man sich von alten Freundschaften trennt, die einem vielleicht nur Energie abzapfen, statt positiv zu unterstützen.
Diese Stellschrauben für sich zu erkennen, ist der erste Schritt in ein minimalistisches Leben. Aber am Ende hat die Frage, ‚Was brauche ich tatsächlich?‘, sicher viele richtige und individuelle Antworten.
Klarheit von innen und außen.
Sich von Ballast zu befreien, materiell wie emotional, schafft Klarheit. Ein aufgeräumtes Außen, führt auch zu einem aufgeräumten Innern, so wird zumindest versprochen. Für mich hört sich das sehr logisch an, mit einem klaren Fokus erkennt man seinen Weg und lässt sich nicht von so vielen Belanglosigkeiten ablenken. Durch die definierten Prioritäten können wir vermeiden uns mit Tätigkeiten zu beschäftigen, die nicht zielgerichtet sind und die das eigene Leben nicht wirklich bereichern – sowohl im Beruf als auch privat. Grundsätzlich ist ein minimalistischer Lifestyle die Chance auf mehr Vergnügen und Genuss, denn wir haben schlicht und ergeifend mehr Zeit für die schönen Dinge. Das hat auch einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit – ich kann es mir nicht verkneifen: Weniger ist halt einfach mehr!
Immer wieder wird in den Medien auch darauf hingewiesen, dass der Lifestyletrend Minimalismus ein schlag ins Gesicht derer sei, die sich eh nicht viel leisten können. Es sei eine angesagte Modeerscheinung, erfunden von gelangweilten Berufs-Hipstern auf der Suche nach dem nächsten Alleinstellungsmerkmal, das heute schon längst Massentrend geworden ist. Das ist ja auch völlig richtig und das will ich hier auch nicht unerwähnt lassen. Trotzdem denke ich, dass wir durchaus in einer Gesellschaft leben, die mit unfassbarer Fülle gesegnet ist. Dies mit etwas mehr Demut zu überdenken und auch Besitzt zu teilen oder zu spenden ist sicher nichts, wofür man sich schämen muss.
Dies ist also eine erste Einführung in meine Kategorie Minimalismus. Ich möchte in meinen Challenges zu diesem Thema herausfinden, wieviel Minimalismus gut für mich ist und was ich dann dauerhaft in meinen Alltag integrieren möchte. Ich gehe unter anderem diesen Fragen auf den Grund: In welchen Lebensbereichen kann ich Ballast abwerfen? Wie trenne ich mich sinnvoll von meinem überflüssigem Besitz und wie fühlt sich das dann an? Wie ist es vollkommen auf Konsum zu verzichten? Wie kann ich das Belohnungssystem austricksen?
Vielleicht inspirieren dich diese ONE WEEK – Challenges dann auch dazu, selbst über die Fülle in deinem Leben nachzudenken.
Die erste Challenge steht an, sei dabei!
Am 11.Februar startet auch gleich die erste Community-Challenge zum Thema Kaufdiät. Eine Woche lang werden wir zusammen darauf verzichten neuen Ballast anzuschaffen und Dinge zu kaufen. Abgesehen von einem festgelegten Budget für Lebensmittel, ist Geldausgeben an diesen Tagen verboten. Melde dich für meinen ‚Newsletter – Challenges‘ an und du bekommst von mir kleine motivierende Anstöße um sieben Tage ohne Konsum zu überstehen. Vielleicht wird es ja auch ganz easy, wir werden sehen und uns hoffentlich austauschen.
Weitere Infos folgen natürlich noch, bevor es am Montag los geht! Yeah!